Website Gutenberg-Editor.de bleibt vorläufig offline

5. Mai 2021 – Nach über 2,5 Jahren, also seit Erstveröffentlichung der „finalen“ Version in WordPress 5.0 im Dezember 2018, ist Gutenberg immer noch eine Baustelle. Der „neue“ Block-Editor von WordPress befindet sich nach wie vor in stetem Wandel. Dreimal im Jahr fließen die Änderungen aus dem Plugin Gutenberg in die jeweils aktuelle Major-WordPress-Version ein.

Dreimal im Jahr (hatte es) und würde es für mich persönlich auch künftig bedeuten, unentgeltlich unzählige Screenshots zu überprüfen und neu zu erstellen (alleine für WordPress 5.5 waren es 364 neue). Von dem noch größeren Teil, den inhaltlichen Änderungen und Neuerungen, war noch gar nicht die Rede.

Da wird in der Gutenberg-Entwicklung hier mal ein Icon geändert (aktuell wieder Block Kategorien, Block Buttons usw.) oder die Iconleiste umgestellt, wie jüngst wieder in Gutenberg 10.3 geschehen.

Um Leute, die versuchen, eine stets aktuelle Dokumentation zur Verfügung zu stellen, schert man sich nicht. Ich schere mich jetzt genauso nicht mehr um die Dokumentation.

Statt erst einmal den Block-Editor auf ein vernünftiges und solides Fundament zu stellen, fängt man nun mit der nächsten Baustellen-Implementierung an: Dem FSE (Full Site Editing). 

Was ist so schwer daran, erst einmal die Blöcke mit allen erforderlichen Funktionen auszustatten? Padding, Margin, Display, Position. Font, inkl. aller Spielarten, Flexbox, Grid usw. Unzählige Pagebuilder machen es bereits vor.

Aber nein. Stattdessen kommt hier mal ein Margin in diesen Block, dann dort in ein paar Blöcke verschiedene Maßeinheiten, Funktionen wandern von der Seitenleiste in die Block-Toolbar und umgekehrt. Es wird umgestellt, neu sortiert, umbenannt, ausgetauscht …

Es ist der reinste Irrsinn, planlos, unwillkürlich.

Warum macht man nicht erst einmal etwas fertig, damit die User eine stabile Basis haben, mit der sie arbeiten können? 

Auch Webdesigner, Webdesign-Agenturen etc. werden absolut im Ungewissen gelassen. Werden die Themes noch funktionieren, werden die Pagebuilder demnächst überflüssig, wie lange kann der Classic Editor noch eingesetzt werden? Alles, womit Webdesigner und Webdesign-Agenturen über Jahre gearbeitet haben, worin sie investiert haben – steht auf dem Spiel.

Doch was noch viel schwerer wiegt, ist die Vertrauensbasis, die man gegenüber Kunden aufgebaut hat. Wer momentan eine Website erstellt, macht das mit Blick auf eine ungewisse Zukunft.

Als ich damals im Dezember 2017 die Domain Gutenberg-Editor.de registriert hatte, war ich irgendwie in der  panischen Annahme, dass in nicht allzu ferner Zeit, alle WordPress-Websites nur noch mit dem neuen Block-Editor funktionieren würden. Der Release des neuen Block-Editors zog sich dann jedoch noch gut 1 Jahr hin, die ungewisse Zukunft aber war und ist geblieben.

Die erste veröffentlichte Version des Bock-Editors in WordPress 5.0 am 6. Dezember 2018 enthielt so viele offensichtliche Bugs, dass dies mein Vertrauen in die WordPress-Entwicklung zum ersten Mal stark erschüttert hat. Es wurde trotz unzähliger kritischer Stimmen aus der WordPress-Community auf Biegen und Brechen veröffentlicht.

Diese Website hier (Gutenberg-Editor.de) hatte ich dann auch erst mit WordPress 5.2, das etwas stabiler war, online gestellt. Mit WP-lernen.de stelle ich meinen Kunden bereits eine Anlaufstelle zur Verfügung, auf der sie sich über die Basics des Arbeitens mit WordPress kundig machen können.

Die Website hier war als zwangsläufige Fortsetzung gedacht. Hätte ich damals schon geahnt, wie sich die Entwicklung hinzieht und welches Stückwerk da auf uns zukommt; diese Website wäre nie entstanden.

Zumal ich Gutenberg absolut unbrauchbar finde. Viel zu viel Geklicke nötig für Dinge, die im klassischen Editor viel schneller funktionieren. Andauernde Veränderungen, die aktuelle! Dokumentationen nur für kurze Zeit erlauben.

Ich setze es selbst nicht und auch bei keinem Kunden ein, also ist mein priorisierter Bedarf für die Website Gutenberg-Editor.de auch nicht (mehr) vorhanden.

Mittlerweile habe ich andere Wege entdeckt, mit WordPress weiterzuarbeiten und auch künftig nicht zu Gutenberg/zum Block-Editor gezwungen zu werden. So gibt es beispielsweise ein Plugin, das die Notwendigkeit eines Themes unnötig macht. Das Theme wird deaktiviert und somit ist auch das kommende FSE kein Thema mehr. Darauf konzentriere ich mich jetzt voll und ganz.

Denkbar ist es, dass ich in nicht ferner Zukunft hier Alternativen zu Gutenberg vorstellen werde.

Für Kunden von Apart-Webdesign ist die Website Gutenberg-Editor.de weiterhin per Passwort zugänglich. Sie ist in den aktuellen Bereichen (Stand WordPress 5.6) sicher immer noch recht informativ.

 Sollte die Gutenberg-Entwicklung jemals fertig werden, stabil sein und ein gutes UI bieten, dann werde ich diese Website möglicherweise wieder aufleben lassen.